Krankenstation für
die Waiapí-Indianer
Im Frühjahr 2000 überquerte Rüdiger Nehberg
mit dem massiven Baumstamm "THE TREE" den Atlantik
von Mauretanien nach Brasilien, um zum 500. Geburtstag von
Brasilien medienwirksam auf die Bedrohung des Amazonas-Regenwaldes
und der Indianer aufmerksam zu machen. (Näheres unter
www.ruediger-nehberg.de) Er lernte zusammen mit Annette Weber
die Waiapí-Indianer kennen.
Die Waiapí-Indianer sind ein kleines Volk (weniger
als 1000 Menschen), die im brasilianischen Regenwald an der
Grenze zu Französisch-Guyana leben. Auch ihr Land wurde
in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von Goldsuchern
heimgesucht und verwüstet. So lernten viele Waiapí
notgedrungen die moderne Welt kennen.
Irgendwann haben sie sich entschieden, ihrem ursprünglichen
Leben den Vorzug zu geben und dafür zu kämpfen.
Ein starker Verbündeter wurde die Bundesrepublik Deutschland.
Sie finanzierte die Vermessung der angestammten Heimat. 1996
wurde sie zum Schutzgebiet für die Waiapí erklärt.
Sie kehrten zurück in den Wald. Heute leben sie von Ackerbau,
Fischfang, Sammeln sowie der Jagd. Sie tragen ihre roten Lendenschurze
und pflegen ihre Traditionen.
Annette und Rüdiger fragten die Indianer, welche Unterstützung
sie am dringendsten bräuchten. Es wurde eine große
Versammlung einberufen. Alle Häuptlinge der umliegenden
Gegenden waren anwesend. Sie entschieden sich für eine
Krankenhilfsstation für ihr Gebiet. Ihre Medikamente
sind machtlos gegen die neuen Krankheiten, die durch die Weißen
eingeschleppt werden. Schon eine Windpockeninfektion kann
lebensgefährlich werden. Als alte Indianer- und Naturfreunde
war uns der Bau dieser Krankenstation für die Waiapí
eine Herzensangelegenheit.
Im April 2002 konnten wir das erste kleine Haus den Indianern
übergeben. Gebaut wurde es tief im Wald von unserem Baumeister
Hosti Jose. Seine Vorfahren stammen aus Deutschland und er
ist der richtige Mann vor Ort. Anpackend und praktisch. Es
war schon lange sein Traum, zu den Indianern zu gehen. Jetzt
hat er eine Aufgabe dort gefunden. Die Indianer haben ihn
zu ihrem Vermittler zwischen der Indianerschutzbehörde
und ihnen erwählt. Immer wieder geht er in den Wald,
um nach dem Rechten zu sehen und die Station in Ordnung zu
halten.
Im Sommer 2003 konnte ein zweites Gebäude in Betrieb
genommen werden. Der "Posto de Saude Aldeia C.T.A."
ist zum wichtigen Kommunikationszentrum für die Indianer
und die Behörde geworden. Häuptling Jurará:
" Die Station ist - über ihren eigentlichen Zweck
hinaus - zur wichtigsten Begegnungsstätte meines Volkes
geworden."
Die Gesundheitsbehörde von Brasilien hat sich zum Unterhalt
der Station verpflichtet. Mit Krankenschwester und Medikamenten.
2004 wurde die Station von Christoph Bundscherer von der Deutschen
Botschaft in Brasilia besucht: "Die Station ist in sehr
gepflegtem Zustand. Das ist für Brasilien nicht selbstverständlich",
erzählte er uns am Telefon.
Nun träumen die Waiapí von einer kleinen Waiapí-Schule
(neben der staatlichen), in der ausschließlich ihre
eigene Sprache, Geschichte, Kultur wiedererweckt, gelehrt
und gepflegt werden.
Auch dabei möchte TARGET den Waiapí helfen. Nicht
nur wegen unseres berufs- und nationsbedingten Helfersyndroms,
sondern rein egoistisch: Solange die Indianer ihren Landbesitz
würdigen und pflegen, ist er ihnen (relativ) sicher.
Und damit bleibt auch dem "Rest der Welt" dieses
Stück Regenwald als Öko-Oase und Sauerstofflieferant
erhalten.
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